Neue Sportlehrer für Hessens Grundschulen

aus: Sport in Hessen, 24. März 2018

Kultusminister Lorz und Landessportbund-Präsident Müller geben Startschuss für Qualifizierung von Sportlehrkräften

Landessportbundpräsident Dr. Rolf Müller (3.v.r.) und Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz (4.v.r.) in der Erich-Kästner-Schule gemeinsam mit den neuen Sportlehrern   Foto: Isabella Boger

Bewegung im Kindesalter und damit auch der Sportunterricht sind zentrale Elemente schulischer Erziehung. Deshalb setzt sich der Landessportbund Hessen seit Jahren dafür ein, dass die drei Sportstunden, die die Stundentafel für allgemeinbildende Schulen vorsieht, auch stattfinden. Dass dies nicht überall der Fall ist, hat vielfältige Gründe: Beispielsweise fehlt es mancherorts an Hallenkapazitäten, andere Schulen haben einen Mangel an einsatzbaren Sportlehrern.

Das Hessische Kultusministerium hat dies erkannt – und deshalb gemeinsam mit der Zentralen Fortbildungseinrichtung für Sportlehrkräfte (ZFS) die Qualifizierungsreihe „Sportunterricht in der Grundschule” ins Leben gerufen, die sich an fachfremde Grundschullehrkräfte und Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst richtet. „Eine gute Initiative, die dazu beiträgt, dass hessische Grundschulen künftig auf zusätzliche Fach Lehrkräfte zurückgreifen können”, lobt Prof. Dr. Heinz Zielinski, Vizepräsident Schule, Bildung und Personalentwicklung des Landessportbundes Hessen (Isb h). Es sei daher selbstverständlich, dass der Landessportbund seine Expertise in beratender Funktion in das Projekt einbringe.

Drei Stunden Sport bis Klasse 8

Die gute Zusammenarbeit mit dem Landessportbund würdigte auch Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz, als er Ende Februar – gemeinsam mit Isb h-Präsident Dr. Rolf Müller die diesjährige Qualifizierungsreihe offiziell eröffnete. In der Frankfurter Erich-Kästner-Schule trafen sie mit den zukünftigen Sportlehrern aufeinander. „Sportunterricht in den Grundschulen genießt in Hessen großen Stellenwert. Das spiegelt sich auch in der Stundentafel wider, die bis zur 8. Jahrgangsstufe drei Stunden Sport in der Woche vorsieht”, sagte der Minister und sprach von einer „verantwortungsvollen Aufgabe”, die die neuen Lehrkräfte im Fach Sport künftig übernehmen würden.

„Viele Kinder bewegen sich heutzutage in ihrer Freizeit zu wenig. Umso wichtiger ist es, sie in der Schule mit verschiedenen Sportarten vertraut zu machen und ihre Begeisterung für körperliche Aktivität zu wecken. Hierfür braucht es gut ausgebildete Lehrkräfte, die das entsprechende Know-how mit Freude und Überzeugungskraft vermitteln”, richtete sich Landessportbund-Präsident Müller an die anwesenden Lehrer. Die Qualifizierungsreihe „Sportunterricht in der Grundschule”
leiste hierzu einen entscheidenden Beitrag. Dadurch, sei er sich sicher, könne nicht zuletzt die Unterrichtsabdeckung im Fach Sport weiter gesteigert und die Chance auf eine tägliche Sportstunde erhöht werden.

Nach dem erfolgreichem Abschluss der Qualifizierungsreihe „Sportunterricht in der Grundschule” erhalten die teilnehmenden Grundschullehrkräfte sowie die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst die Lehrbefähigung für das Fach in der Grundschule. Die Reihe umfasst neun separate Elemente und rund 200 Lerneinheiten, die innerhalb von zwei Schuljahren absolviert werden. Pro Schuljahr starten zwei Kurse mit jeweils rund 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die dafür vom Land Hessen zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel wurden mit dem Start des neuen Kurses erneut erhöht.

Bewegung als Grundlage der Entwicklung

Für den Minister ist klar, warum dieses Engagement lohnt: „Ausreichende Bewegung und sportliche Aktivität sind von grundlegender Bedeutung für die geistige Entwicklung und soziale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, denn Sport macht nicht nur fit, sondern verbindet auch über gesellschaftliche Klassen hinweg.” Das sieht man auch beim Landessportbund Hessen so. Deshalb hat der Isb h im September 2017 das Projekt „Tägliche Sportstunde” gestartet (wir berichteten).

In ausgewählten Modellschulen steht nicht nur zwei-oder dreimal pro Woche, sondern täglich Schulsport auf dem Programm. „Die Rückmeldungen aller Beteiligen sind bisher rundweg positiv”, freut sich Vizepräsident Zielinski – und hofft nicht zuletzt deshalb, dass aus dem Modell irgendwann gelebter Alltag wird. In allen hessischen Grundschulen. Isabett Boger

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