Aikido

Idsteiner Zeitung vom 30.05.2018
Ein besonderes Jahr
TV IDSTEIN Seit zehn Jahren stellt die “Sport-Basis” Idsteins FSJler ein / Eine Stelle ist noch unbesetzt

Markus Grimke und Wiebke Hoof (im weißen Keiko-Gi) zeigen Marc-Luca Konradi, Oliver Mark, Ann-Kathrin Bader und Ann-Cathrin Moreno-Reichold (von links) den richtigen Griff beim Aikido        Foto: wita/Mallmann

Von Nicole Suckert

IDSTEIN – Wenn sich die Schulzeit dem Ende neigt, gilt es für junge Erwachsene wegweisende Entscheidungen zu treffen: Reicht der Realschulabschluss oder soll es doch das Abitur sein? Ausbildung oder Studium, Handwerk oder Schreibtischstuhl? Da kann es guttun, einfach erst mal etwas ganz anderes zu machen – ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zum Beispiel.

Für diesen Weg haben sich Ann-Kathrin Bader, Marc-Luca Konradi und Oliver Marek im vergangenen Jahr entschieden. Noch bis September werden sie beim TV Idstein Turnkurse, Fußballmannschaften und Gymnastikgruppen anleiten, dann tritt Ann-Cathrin Moreno-Reichold die Nachfolge an.

Hochschulreife durch Sport

Was hat es ihnen gebracht? „Nur Vorteile“, erklärt Marc. Nach der 12. Klasse ist er von der Schule abgegangen. Von einem ehemaligen FSJler wusste er, dass er durch den Freiwilligendienst die Hochschulreife erlangen kann, die er für seinen Traumberuf braucht: Er möchte Polizist werden. Aus dem gleichen Grund hat Oliver mit dem FSJ begonnen. Was er danach machen wollte, wusste der 20-Jährige damals jedoch noch nicht. Nun will er Dachdecker werden. Bei Ann-Kathrin ist aus der vagen Idee Physiotherapeutin werden zu wollen, nun der klare Plan gereift, Ergotherapeutin zu werden – und zwar für Kinder. Denn in diesem Punkt sind sich alle einig: Der Umgang mit Kindern, mit denen die FSJler beim TV Idstein hauptsächlich arbeiten, ist für sie eine besonders prägende Erfahrung. Ich habe viel im Umgang mit den Kleinen gelernt“, sagt Ann-Kathrin. „Gerade in schwierigen Situationen: Wie geht man beispielsweise mit einem Kind um, dass sich wehgetan hat?“ Aber auch der Spaß, den die Kinder beim Sport haben, wirke ansteckend. „Lächeln sie, dann freut mich das auch“, ergänzt Oliver.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist natürlich die Liebe zum Sport: Ann-Cathrin spielt schon lange selbst Handball im Verein. Doch lerne man auch gerade im sportlichen Bereich sehr viel dazu, erklären ihre drei Vorgänger – von Leichtathletik über Tischtennis, vom Fußball zum Aikido – sie haben vieles selbst getestet und kennengelernt. Oliver möchte auch nach seinem FSJ weiterhin eine oder zwei Gruppen beim TV Idstein leiten. Es sei schon etwas Besonderes, bei so einem großen Sportverein zu arbeiten.

Die persönliche Entwicklung ist erstaunlich

Doch sei gerade die persönliche Entwicklung der jungen Helfer innerhalb eines Jahres immer wieder erstaunlich, betont Andreas Reuther, der Vorstandssprecher des Vereins. Das Jahr könne zudem als eine Findungsphase für die zukünftige berufliche Entwicklung genutzt werden. „Sie gewinnen mit der Zeit an Selbstsicherheit; das Gefühl, selbstständig zu arbeiten, tut ihnen gut!“ Die Struktur, die sie durch die Arbeit im organisatorischen Bereich lernen, bringe sie auch privat weiter.

Bereits seit zehn Jahren stellt der TV Idstein regelmäßig FSJler ein. Meist zwei, bewerbe sich aber noch ein besonders guter, könnten es wie momentan auch mal drei sein. Für Ann-Cathrin wird für den Zeitraum ab dem 1. September noch ein Mitstreiter gesucht. Die Aufgabenschwerpunkte liegen im Bereich Sport (etwa 50 Prozent) und in der Mitarbeit bei der Verwaltung und Organisation des Vereins. Die Einarbeitung wird sowohl durch den Träger, die Hessische Sportjugend, als auch durch die Einsatzstelle, den TV Idstein, durchgeführt. Ann-Cathrin will nach dem Jahr studieren. Das ist sicher! Aber was? In einem Jahr weiß sie es bestimmt!