Die Handball-Revolution

Wiesbadner Kurier vom 14.05.2021
Staffeln mit höchstens zehn Teams für Start Ende Oktober geplant / Keeper Nico Robinson begehrt

Von Tim Straßheim und Stephan Neumann

WETZLAR/WIESBADEN. Der Hessische Handball-Verband (HHV) ist bei seinen Planungen für die neue Saison offenbar einen entscheidenden Schritt vorange-kommen. Zu verdanken ist das dem Arbeitskreis Spieltechnik, der dem Präsidium ein Konzept vorgelegt hat, das auf einen Rundenstart am letzten Wochenende im Oktober (30./31.) zielt. Ein Präsidiumsbeschluss steht indes noch aus.

Bei den Klasseneinteilungen herrscht beim Arbeitskreis Einigkeit. So soll eine Staffel höchstens aus zehn Mannschaften bestehen. Da das aber gerade bei den Aktiven nicht immer möglich ist, planen die Verantwortlichen in diesem Fall die Klassen dann in zwei Gruppen einzuteilen. Ein Beispiel: Die Oberliga der Männer besteht aus 16 Vereinen, folglich würde es dann zwei Oberligen mit je acht Teams geben. Hin- und Rück-rundenduelle sind – genauso wie bei einer Staffelstärke von zehn Mannschaften – dabei immer fest eingeplant. Unklar ist noch, wie die Auf- und Absteiger ermittelt werden könnten. Als wahrscheinlich gilt jedoch, dass die besten zwei Teams jeder Staffel den Meister in einem „Final Four“ unter sich ausmachen. Im Keller hängt vieles davon ab, wie viele Absteiger es gibt, doch auch hier sind sogenannte Überkreuzspiele der-punktschwächsten Teams eine wahrscheinliche Option. Eine
endgültige Entscheidung über die Auf- und Abstiegsregel soll in den nächsten Wochen fallen. Gleiches gilt bei der Frage nach der Gruppeneinteilung bei zwei Staffeln für eine Liga. Würde der HHV am bisher bekannten Spielmodell festhalten, dann wäre es sehr unwahrscheinlich, dass die Saison im vollen Umfang über die Bühne gehen kann. Auch hier dient die Oberliga der Männer als ein gutes Beispiel: Denn bei 16 Mannschaften würde sich der Liga-Betrieb über 30 Spieltage hinziehen.

So aber bliebe auch Spielraum für eventuell erforderliche Neuansetzungen. Noch nicht beantwortet werden kann die Frage, ob bos Ende Oktober wieder die Zuschauer in den Handballhallen zugelassen sind.

Alexander Braun, Abteilungsleiter des TuS Dotzheim, sieht die beabsichtigte Regelung mit kleineren Staffeln, sprich Liga-Teilung, durchaus positiv: „Das spart uns in Zeiten zurückgegangener Einnahmen einiges an Fahrtkosten. Und je nach regionaler Aufteilung gibt es für die Zuschauer, so sie denn wieder zugelassen sind, interessante Spiele mit regionalen Verbindungen.“ Davon abgesehen bestätigt Braun, dass die Dotzheimer nach Torhüter Nico Robinson „die Fühler ausgestreckt haben“. Ob eine Rückkehr des Keepers, dessen Nor-wegen-Gastspiel beendet ist, zum TuS Realität wird, bleibt genauso abzuwarten wie der Fortgang von Pandemie und erhofften Lockerungen. „Nico hatte eine gute Zeit bei uns, doch er hat viele Angebote“, gibt Braun zu bedenken.

Gilles Lorenz,Trainer der HSG Breckenheim Wallau/Massenheim, hält die Pläne für absolut sinn-. voll: „Das wäre die Ideallösung. Wenn man Oberliga Nord und Süd bildet und anschließend mit Play-offs für Meisterschaft und Abstieg reagieren kann. Da spiele ich lieber mehrfach gegen Dotzheim als gegen einen Nordverein. Ich finde es aber wichtig, dass die Saison wirklich erst Ende Oktober beginnt. Die Jungs sind zwar fit, aber um handballtechnisch gerade im Schulterbereich wieder zurückzukommen, braucht es Zeit.“ Nebenbei: Auch Lorenz ist „Gesprächen mit Nico Robinson nicht abgeneigt“. Wobei die HSG über zwei starke Torhüter verfügt, eigentlich den Blick auf einen jungen Perspektiv-Keeper als drinen Mann gerichtet hat.

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