„Letztlich ist alles am Geld gescheitert“

Wiesbadener Kurier vom 21.08.2021
Basketballer des TV Idstein ziehen aus finanziellen Gründen aus der 1. Regionalliga zurück

Von Martin Gebhard
IDSTEIN. Aus und vorbei. Das Kapitel „1. Regionalliga“ der Basketballer des TV Idstein ist abgeschlossen. Im Frühjahr, nach der wegen der Corona-Pandemie erneut abgebrochenen Saison, zuletzt sogar ohne Wertung, war Sascha Schneider, Abteilungschef der Korbjäger vom Hexenturm, noch voller Hoffnung gewesen. „Für den TVI geht nun die volle Konzentration auf die Planung der Saison 2021/22, in der Hoffnung, dass diese gespielt werden kann“, hatte er sich zitieren lassen. Doch daraus wird nun nichts mehr. Die Korbjäger des TV Idstein ziehen aus der 1. Regionalliga zurück.

Damit endet eine Erfolgsgeschichte: Vor vier Jahren war der TVI noch Oberligist, in der Saison 2017/2018 dann Tabellen-vierter der 2. Regionalliga, ehe die Warlocks im Frühjahr 2019 im Showdown gegen den TV Langen II vor rund 300 begeisterten Fans in der heimischen Taubenberghalle sogar den Aufstieg in das Regionalliga-Oberhaus perfekt machten. Dort stand der TVI schließlich in der Abbruchsaison nach zwei gewonnenen Spielen sogar an der Tabellenspitze.

Doch was passierte dann? Den ersten empfindlichen Dämpfer erhielten die TVI-Überflieger mit dem überraschenden Weggang ihres Headcoaches Igor Starcevic. Der 47-jährige Kroate – Ex-Profi und Trainer höherer Ligen, auch Assistent der deutschen U20-Nationalmannschaft – hatte sich im Juli nach für ihn unklaren Verhältnissen am Hexenturm für einen zudem wohl besser dotierten Vertrag beim Ligakonkurrenten VfL Bensheim ent-

schieden. Doch damit nicht genug. „Viele Spieler, die uns verlassen haben, hatten Begehrlichkeiten anderer Vereine geweckt“, informierte Schneider. „Und unsere Jugend ist noch nicht soweit, in der starken Regionalliga zu spielen.“ Aber der Basketball-Boss unterstrich vor allem: „Letztlich ist alles am Geld gescheitert.“

Dabei hatte sich nach dem Abschied von Starcevic für die Idsteiner auch durchaus Positives abgezeichnet: „Wir hatten mehrere Interessenten für den Trai-nerjob“, betonte Schneider. Doch da war schon klar, dass auch dafür die finanzielle Grundlage nicht vorhanden gewesen sei, erläuterte Schneider. „Seit März vergangenen Jahres haben wir nur zwei Heimspiele bestreiten können, noch dazu ohne Zuschauer“, rief er in Erinnerung. „Unsere Sponsoren konnten wir nicht einladen, und neue zu gewinnen war auch nicht möglich“, nannte er den Hauptgrund für die finanziellen Nachteile während der Corona-Krise. „Und auch die Spieler waren nicht gewillt, diesen Weg mitzugehen.“ Die erste Mannschaft sei einfach finanziell nicht mehr gesichert gewesen, zog er das ernüchternde Fazit. „Wir haben mit offenen Karten gespielt und den Spielern die Situation erläutert.“

Was den Hexenturm-Basketballern aktuell im Aktivenbereich bleibt, sind je eine Mannschaft in der A- und B-Klasse. Sollten die Idsteiner den Spielbetrieb mit ihrer zurückgezogenen Mannschaft in der Saison 2022/2023 wieder aufnehmen wollen, erläuterte Schneider, dürften sie in der 2. Regionalliga wieder einsteigen.

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