Der TV Idstein ist krisenfest

Idsteiner Zeitung vom 03.06.2022
Von Patricia Bastian-Geib

IDSTEIN. 4070 Mitglieder und 350 Reha-Sportler zählt der TV Idstein zurzeit und ist damit der zehntgrößte Sportverein Hessens. Er punktet mit einem breiten Angebot an sportlichen Aktivitäten, das 160 Übungsleiter in 150 Übungsstunden wöchentlich ermöglichen. „Insgesamt sind wir gut durch die Krise gekommen“, erläuterte der geschäftsführende Vorstand Andreas Reuther bei der Mitgliederversammlung. Geholfen habe Flexibilität und Kreativität. Trotz Pandemie fanden Kurse statt, sei es online oder – soweit möglich auch im Freien, was sich zum Renner entwickelt habe. Von Vorteil sei auch gewesen, dass der Verein nicht auf öffentliche Hallen angewiesen gewesen sei, die besonders lange geschlossen geblieben seien.

Vorratsbeschluss für höhere Mitgliedsbeiträge

In seiner Multimediapräsentation erinnerte Hermann Schwind an die Höhepunkte des Vereins in der jüngeren Zeit, sei es der Auftritt der Gruppe „AkzepTanz“ im Rahmen des Projekts „Sport und Inklusion“, das Aufstellen der Container am Sportplatz Zissenbach oder das Benefiz-Handballspiel zwischen dem TV Idstein und dem ukrainischen Nationalteam. Mit einem filmischen Augenzwinkern – „mal klemmts hier, mal klemmts da“ – dokumentierte Schwind den Aufbau einer von Lars Röther gespendeten Abstellhütte aus Holz. Reuther lud interessierte Gruppen zu einer regen Nutzung der ebenfalls vor Kurzem fertiggestellten Boulebahn ein.

Er erzählte, manchmal werde er von Mitgliedern gefragt: „Was macht denn eigentlich der Verein für uns?“ Man merkte es dem engagierten Vorstandsvorsitzenden an, dass ihn diese Frage angesichts des vielfältigen und qualitativ hochwertigen Angebots sowie der guten Ausstattung des Vereins enttäuscht.
Den Haushaltsbericht präsentierte Julia Baier, die im Vorstand für die Finanzen zuständig ist. Danach hätten sich im vergangenen Jahr zwar die Mitgliedsbeiträge deutlich reduziert, aber in viel höherem Maße coronabedingt auch die Personalkosten. Das so entstandene Gesamtergebnis vor Steuern in Höhe von 186815 Euro soll mit 140000 Euro in die steuerfreien Rücklagen für die Instandhaltung der beiden Hallen und der Glyn-Sportanlage eingestellt werden. Die beiden neuen Kassenprüfer bestätigten die Ordnungsmäßigkeit der Buchungsund Rechnungsvorgänge und die Vollständigkeit der Belege. Für das Jahr 2022 ergibt die angabegemäß sehr konservative Etatplanung lediglich ein Ergebnis von 1000 Euro. „Wir werden die Energiepreisexplosion spüren“, prophezeite Reuther. Schon zum jetzigen Zeitpunkt seien die Preise für Strom und Pellets deutlich gestiegen.

Alle zur Abstimmung gebrachten Anträge wurden bewilligt, der Vorstand entlastet und alle Personen in ihren Ämtern bestätigt. Zurzeit lässt sich die Entwicklung der Energiekosten nur schwer voraussehen. Für den Fall, dass sich daraus ein negatives Ergebnis ankündigen sollte, verabschiedete die Mitgliederversammlung einen Vorratsbeschluss, der die Erhöhung des Mitgliedsbeitrags vom 1. Januar 2023 an um etwa durchschnittlich 1 Euro monatlich vorsieht. Zum Abschluss gab Reuther einen Ausblick auf die geplanten Aktivitäten. So soll es zum Beispiel am 4. September am Sportplatz Zissenbach wieder ein Vereinsfest einschließlich der Saisoneröffnung der Fußballer geben. Kuchenbäcker sollen sich bitte beim Verein melden.

Zukunftsprojekte wie die Renovierung der Sporthalle am Hexenturm, ein kleines Boxzentrum, die Wiederbelebung von Weihnachts- und Fastnachtsveranstaltungen und die Nutzung der Außenanlage des alten Schwimmbads seien im Gespräch.

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