Die Etablierten gegen den starken Aufsteiger

Wiesbadener Kurier vom 13.12.2019 –
Kasteler und Idsteiner Handballer schieben sich vor dem Landesliga-Derby die Favoritenrolle zu

WIESBADEN (sud). Vor dem Landesliga-Derby am Samstagabend (17.30) (korrigiert) schieben sich die Handballer der TG Kastei und des TV Idstein die Favoritenrolle gegenseitig zu. Dabei beträgt der Tabellenabstand zwischen dem Gastgeber Kastei (4.) und den rangzweiten Idsteinern lediglich zwei Punkte. „Wir sehen sie in der Favoritenrolle, obwohl sie ein Aufsteiger sind“, sagt Kastels Co-Trainer Michael Finger, dessen Chef ihm zustimmt: „Sie sind die Überraschungsmannschaft der Liga. Sie haben das bisher überragend gemacht. Als Aufsteiger Zweiter zu sein, ist stark. Wir haben großen Respekt vor ihrer Leistung“, sagt TG-Trainer Kalli Klein.

Welsch muss schmunzeln – und hat für die Kasteler viel Lob: Idsteins Coach Jan Welsch muss da ein wenig schmunzeln. Er sieht Kastei als Heimteam zwar leicht im Vorteil, spricht aber eher von einer Partie auf Augenhöhe. „Dass uns Kastei aufgrund der Tabellensituation ein bisschen die Favoritenrolle zuschiebt, ist schön und gut“, erklärt Welsch. „Klar spielen wir eine sehr gute Hinrunde bislang, wir haben es aber noch nicht komplett bestätigt. Wir haben einige sehr gute Spiele gemacht, aber die Konstanz haben wir auch noch nicht.“ Gegen Kastei erwartet er eine schwierige Aufgabe. „Sie sind eine sehr eingespielte Truppe, die eine ganze Zeit schon so zusammenspielt. Sie haben sich in der Landesliga etabliert, mittlerweile auch im
vorderen Drittel festgesetzt“, sagt Welsch.

Idsteiner Quartett wohl wieder mit dabei: Seinem Team könnte es in die Karten spielen, dass Kastels Rückraumshooter Felix Holtkötter (Sehnenverletzung Daumen) verletzt passen muss. Welsch ist sich aber sicher, dass Holtkötters Fehlen kompensiert werden wird. Augenmerk legt er auf Lukas Klein und Christian Panzer, die es aufgrund der individuellen Stärke zu kontrollieren gilt. „Uns erwartet ein heißer Tanz, ein sehr schweres letztes Auswärtsspiel, das wir unbedingt positiv gestalten möchten. Wir wollen unsere sehr gute Hinrunde veredeln“, sagt Welsch. Personell hat er wieder größere Optionen: Moritz Schubert, Moritz Völlger, David Welsch und Paul Kaufmann sind wohl wieder einatzfähig.

TG Kastei hofft auf einen Sahnetag: Die Hausherren hoffen indes auf einen Sahnetag, um endlich mal ein Team aus der Spitzengruppe schlagen zu können. „Bisher haben wir es noch nicht geschafft, in diese Phalanx einzudringen“, sagt Finger. Dazu muss Kastei im Angriff durchschlagskräftig sein und seine Chancen besser verwerten. In der Defensive ist eine starke Torwart- und Abwehrleistung gefragt. „Wir müssen in erster Linie nach uns schauen. Wir wollen nicht zurückrutschen, das kann schnell gehen“, sagt Klein. „Wir wollen, wenn irgendwie möglich, die zwei Punkte holen.“

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