Handballparty mit 750 Fans

Wiesbadener Kurier vom 17.02.2020
Spektakel vor TV-Kameras – aber TV Idstein gegen Primus Petterweil chanchenlos

IDSTEIN (sud). Auf 500 Zuschauer hatte der TV Idstein gehofft, am Ende drängten sich etwa 750 Fans in der Halle am Hexenturm und verfolgten das Spitzenspiel der Handball-Landesliga zwischen dem TVI und dem TV Petterweil. Auch das Hessenfernsehen war präsent, berichtete am Samstag in Ausschnitten über die Partie. „Es war ein einmaliges Erlebnis. So etwas habe ich hier noch nie erlebt. Es wäre ein Traum, wenn es jede Woche so wäre“, sagte Idsteins Trainer Jan Welsch. Auch Rückraumspieler Jonas Cremers, der die Halle von klein auf kennt, staunte: „So voll habe ich die Hexenturmhalle noch nie gesehen. Da waren wir anfangs auch ein bisschen überfordert.“

Erst nach dem ersten Tor (10./1:5) konnte Idstein seine Nervosität ablegen, schaffte es jedoch nicht, Petterweil in Bedrängnis zu bringen. Doch selbst die 20:28 (11:13)-Niederlage gegen den designierten Meister konnte die Stimmung nicht trüben. Vor, während und nach der Partie bereiteten die Fans den Spielern ein tolles Handballfest mit überragender Atmosphäre. „Es waren Leute in der Halle, die ich noch nie gesehen oder schon sehr lange nicht mehr gesehen habe. Es hat unheimlich Spaß gemacht, aber jetzt atmen wir erst einmal durch“, sagte TVI-Vorstandsmitglied Daniela Cremers. Gemeinsam mit zahlreichen Helfern sorgte sie für beste Rahmenbedingungen. Umso lieber hätten die Mannschaft ergebnistechnisch zur guten Laune beigetragen. „Es tut mir extrem leid, dass es am Ende doch so deutlich ausgefallen ist. Es wäre natürlich toll gewesen, wenn man hier vor der Kulisse dem Tabellenführer ein Schnippchen hätte schlagen können. Und wenn es ein Unentschieden gewesen wäre“, erklärte Moritz Schubert. „Petterweil steht nicht umsonst oben mit nur zwei Minuspunkten. Die sind durch die Bank weg top besetzt“, meinte Jonas Cremers.

Trotz der dritten Niederlage in Folge gingen die Idsteiner, die einsatzmäßig alles gegeben hatten, erhobenen Hauptes vom Feld. „Petterweil war nicht die Mannschaft, die es zu schlagen galt. Wir sind immer noch Aufsteiger. Das darf man nicht vergessen“, erklärte Schubert. Wichtig sei es, noch gegen Lumdatal und Lang-Göns zu gewinnen. Da wolle das Team noch Revanche für die Hinspielniederlagen. „Wenn wir das schaffen, dann haben wir bis auf Petterweil jede Mannschaft mindestens einmal geschlagen“, sagte Schubert.

Nach der Faschingspause reist Idstein zur HSG Lollar/Ruttershausen. Ein Rezept für das Ende der Niederlagenserie hat Coach Jan Welsch schon parat: „Wir müssen einfach disziplinierter spielen, einfache Fehler vermeiden und unsere Chancen nutzen.“

TV Idstein: Kaufmann, Zumdick; Grandpierre (1), Engel (2), Flock, Schulz (4), Kocak (2), Y. Cremers (1), Bierod, J. Cremers (2), D. Welsch (2), Völlger (2), Moritz Schubert (6/1), Kopp.

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