Hessens Handballer hoffen auf Saisonstart am 12. September

Idsteiner Zeitung vom 14.07.2020 –
Der Verband hat die Weichen für die Spielzeit 2020/21 gestellt und ist auch auf einen späteren Beginn vorbereitet. Heimspiel für Oberligist TuS Dotzheim zum Auftakt.

Von Susan Dobias
WIESBADEN. Nach Monaten der Unterbrechung haben die meisten Oberliga- und Landesligahandballer die erste Phase der Mannschafts-Saisonvorbereitung unter den geltenden Corona-Hygienebedingungen abgeschlossen und befinden sich aktuell – wie die Oberligisten TuS Dotzheim und HSG Breckenheim Wallau/Massenheim – im Urlaub. Ab Ende Juli startet die zweite Phase für die Spielzeit 2020/21, deren pünktlicher Beginn am 12. September nicht absehbar ist. Genauso wie die Bedingungen, unter denen der Spielbetrieb wieder anlaufeit kann. Momentan gelten die Bestimmungen des Landes Hessen, dass sich maximal 250 Personen in der Halle aufhalten dürfen. Sitzplätze müssen zugewiesen, Mindestabstände eingehalten, zudem die Daten der Zuschauer für die Nachverfolgung aufgenommen werden. Jeder Verein muss ein Hygienekonzept erarbeiten und bei den entsprechenden Stellen vorlegen.Wann erfolgt der Saisonstart?
Momentan steht der Spielplan des Hessischen Handballverbands (HHV). „Wir gehen davon aus, pünktlich anzufangen. Aber nicht wir entscheiden, sondern letztlich/die Politik“, erklärt Manfred Leber, Spielleiter der Landes- und Oberliga sowie ehemaliges Mitglied des HHV-Präsidiums. Nach jetzigem Stand soll der Saisonstart 12./13. am September erfolgen. In der Oberliga würde der TuS Dotzheim die HSG Kleenheim-Langgöns (12. Sept./19 Uhr) empfangen, die HSG Breckenheim Wallau/Massenheim würde einen Tag später in Obernburg (17.30 Uhr) antreten. In der Landesliga starten die HSG VfR/Eintracht Wiesbaden gegen den TV Hüttenberg II (17.45 Uhr) und die HSG Eppstein/Langenhain (kurz HSG Ep-pLa) gegen die HSG Goldstein/Schwanheim am 12. September mit Heimspielen. Am gleichen Tag spielen der TV Idstein in Linden und die TG Kastei in Holzheim – sofern der erhoffte Auftakttermin umgesetzt werden kann.

Gibt es Szenarien, falls der Start verschoben werden muss?
„Es besteht die Möglichkeit, dass wir später anfangen. Wenn dies nötig sein sollte, würden wir die nicht gespielten Partien beziehungsweise Spieltage hinten dranhängen. Im schlimmsten Fall, wenn beispielsweise eine zweite Coronawelle kommt, würden wir nur eine verkürzte Runde, in dem Fall die Rückrunde ab Januar spielen”, erläutert Leber, der keinen Flickenteppich will. Würden zu viele Vereine von den jeweiligen Landkreisen oder Kommunen aufgrund der jeweils geltenden Corona-Hygieneregeln ausgebremst werden und nicht spielen dürfen, würde ( rrt.-m eine einheitliche Lösung für alle finden. Der HHV\hofft, dass spätestens bis zum Ende der Sommerferien am 16. August Klarheit herrscht, damit die Vereine noch ausreichend Vorbereitungszeit haben und Testspiele absolvieren können. Aktuell gilt in Hessen aber noch bis zu diesem Tag die Regel, dass maximal zehn Personen zusammen auf dem Feld stehen und Kontaktsport bestreiten dürfen. In Rheinland-Pfalz sind ab sofort 30 Personen erlaubt. Zieht Hessen nach, wäre der pünktliche Liga-Start am 12. September in Reichweite – sofern Lockerungen nicht zurückgenommen werden müssen.

Dürfen Zuschauer zu den Spielen in die Hallen?
Wie bereits erwähnt,ist aktuell noch eine Obergrenze von maximal 250 Personen in der Halle. Darin eingeschlossen sind die Mannschaften, Betreuer und Helfer. Entscheidend wird auch sein, welche Regeln in den jeweiligen Landkreisen gelten und wie die Vereine sie umsetzen können. Entscheidende Punkte dabei sind beispielsweise die Hallenkapazität, die Fläche, Zu- und Abgangsmöglichkeiten, die Nachverfolgung der anwesenden Personen und Sitzplatzzuweisungen. „Wir haben eine Umfrage bei den Vereinen gemacht. Im Wesentlichen sind alle gegen Geisterspiele, weil diese nur Kosten verursachen und keine Einnahmen generiert werden können“, berichtet Leber. Wie es aber letztlich aussehen werde, wisse auch der Verband nicht.

Gab es Rückzüge von Mannschaften?
In der Landesliga hat der TSV Lang-Göns seine Mannschaft zurückgezogen. Die TGS Langenhain bildet künftig mit der TSG Eppstein die Spielgemeinschaft HSG Eppla, die den Lang-enhainer Platz in der Liga einnimmt. Duch den Aufstieg von Petterweil und den Verzicht von Lang-Göns spielt die Landesliga mit 14 Mannschaften. Aufsteiger sind die HSG Goldstein/Schwanheim und die HSG Hungen/Lich. In der Oberliga gab es keine Rückzüge oder freiwillige Verzichte. Alle Mannschaften, bis auf Meister und Drittliga-Aufsteiger Gensungen, spielen auch 2020/21 in Hessens höchster Klasse. Aufsteiger sind die HSG Hanau II, der TV Petterweil und die HSG Großenlüder/Hainzell. Somit wird die Liga auf 16 Teams aufgestockt.

Welche Abstiegsregelungen gelten für die Oberliga?
Ziel ist es, die Liga wieder auf 14 Mannschaften zu begrenzen. Das würde bedeuten, dass mindestens vier Teams absteigen müssen. Die Voraussetzung: Alle drei Landesligameister nehmen ihr Aufstiegsrecht wahr und der Oberliga-Champion steigt in die Dritte Liga auf. Ein weiterer Parameter ist die Dritte Liga. Halten die dort spielenden hessischen Klubs nicht die Klasse, hätte das Auswirkungen auf die Anzahl der Absteiger. Pro abgestiegenes Drittliga-Team würde ein Oberligist mehr den Gang in die Landesliga antreten müssen. Doch Leber gibt leichte Entwarnung: „Wenn zu viele Absteiger aus der Dritten Liga kommen sollten, denken wir darüber nach, die Rückkehr zu einer 14er-Liga in zwei Schritten zu vollziehen. Möglich wäre ein weiteres Übergangsjahr.“

 

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