Kopfschütteln nach Verbandsbeschluss

Wiesbadener Kurier vom 20.08.2020 –
Die Handball-Saison wird grundsätzlich nach hinten verschoben, aber es gibt eine paradoxe Hintertür

WIESBADEN – (sud). Der Rundenbeginn der Handball-Saison 2020/21 wird grundsätzlich auf den 17./18. Oktober verschoben. Der Hessische Handball-Verband (HHV) bietet seinen Mannschaften aber die Möglichkeit, ihre Meisterschaftsspiele schon im Zeitraum zwischen dem 12. September – dem ursprünglich angedachten Saisonstart – und dem 17. Oktober zu spielen oder vorzuziehen. Allerdings müssen dies beide Vereine wünschen. Das teilte der Verband am Mittwoch auf seiner Homepage mit.

„Mit dieser Maßnahme trägt das Präsidium den örtlich bedingten Unterschieden in den Bereichen Hallenöffnungen, Anforderungen des Hygienekonzepts und Infektionszahlen Rechnung“, erklärte der HHV. „Ziel dieses Beschlusses ist es auch, den unterschiedlichen Interessen der Vereine entgegenzukommen und dort Spiele zuzulassen, wo und wann dies möglich ist. Auch sollen mit diesem Beschluss flexible und kurzfristige Reaktionen auf Änderungen der Corona-Lage erleichtert beziehungsweise ermöglicht werden.“

Die Reaktion der Vereine fiel unterschiedlich aus, sorgte aber vor allem für Kopfschütteln. Jeder Verein kann nun selbstständig entscheiden, ob und wann er bis Mitte Oktober spielen will. Die Folge sind unzählige Telefonate und Absprachen unter den Vereinen. „Ich hätte mir eine klare, verbindliche Entscheidung gewünscht“, sagte Alexander Müller, Coach des Landesligisten HSG VfR/Eintracht Wiesbaden. Hans-Josef Embs konnte die Entscheidung nicht nachvollziehen, will aber so schnell wie möglich Klarheit. „Ich denke, wir werden mit den Vereinen telefonieren. Wir würden gerne im September spielen, trainieren jetzt einfach weiter”, sagte der Trainer vom Oberligisten TuS Dotzheim. Anders sieht es beim TV Idstein aus. Da geht die Tendenz eher Richtung Oktober. „Wir werden uns eine Marschroute überlegen und dann positionieren“, sagte Coach Jan Welsch.

Mit der Verbandsentscheidung zum selbstständigen Vorziehen von Partien sollen erwartete Spielausfälle und Unterbrechungen während der Runde abgefedert werden. Oberste Priorität habe immer der Gesundheitsschutz aller an Spielen Beteiligten, erklärt der HHV.

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