Noch nicht das Level der Hinrunde

Wiesbadener Kurier vom 10.02.2020
28:31-Niederlage des TV Idstein in Linden hat vielfältige Ursachen / Trotzdem fabelhafte Runde

LINDEN/IDSTEIN (sud). Der TV Idstein kassiert die zweite Niederlage in der Handball-Landesliga nacheinander, doch Trübsal bläst beim starken Aufsteiger niemand. „Das wirft uns nicht zurück, immerhin sind wir immer noch Zweiter. Wir analysieren es natürlich, aber es wird auch wieder andere Spiele geben. Siege werden wieder kommen“, erklärte Jonas Cremers nach dem 28:31 (15:15) bei der HSG Linden.

Ähnlich resümierte auch Mitspieler David Welsch. „Natürlich wurmt die Niederlage zwar und ärgert uns auch, aber es war allen bewusst, dass Spiele mal nicht gewonnen werden, zumal als Aufsteiger.“ Und während die Partie zuletzt gegen Heuchelheim eine schlechte Leistung der gesamten Mannschaft war, so trifft dies gegen Linden nicht zu. Im ersten Durchgang hatten die Gäste das Spiel im Griff und vor allem gegen die starke offensive Abwehr der Hausherren meist gute Lösungen gefunden. Die Angriffsleistung passte ohnehin.

Ab 40. Minute reißt der Faden: Lediglich in der Defensive haperte es ein wenig, fehlte der Zugriff. So kassierte Idstein zu viele einfache Gegentore. Im zweiten Abschnitt kam die Mannschaft ordentlich ins Spiel, verlor dann aber ab der 40. Minute den Faden. Die Gründe dafür waren vielfältig. In entscheidenden Phasen fanden die Bälle nicht den Weg ins Tor, machten die Idsteiner Fehler in der Vorwärtsbewegung, fingen sich hinten einfache Gegentore oder hatten mit Verletzungsproblemen und leichten Formschwankungen zu kämpfen. Zudem fehlte in bestimmten Situationen das Glück. Das alles zusammen konnte in Linden nicht mehr kompensiert weiden. „Das sind alles Kleinigkeiten, aber hinten heraus sind sie spielentscheidend“, sagte David Welsch. Wurden in der Hinrunde noch die knappen Partien gewonnen, gehen sie jetzt verloren. Das liegt auch an der durchwachsenen Vorbereitung in der Winterpause, wo Coach Jan Welsch zahlreiche krankheits-oder berufsbedingte Ausfälle hatte. Entsprechend fehlen nun die paar Prozentpunkte gerade in engen Spielen. Und so verliert man dann gegen eine gute Landesligamannschaft wie Linden. „Wir haben es noch nicht geschafft, unser Level aus der Hinrunde auf das Parkett zu bringen“, erklärte David Welsch. Ein weiterer Grund ist, dass sich die Gegner auf den kecken Aufsteiger mittlerweile besser eingestellt haben.

Jedes Tor ein Kraftakt: Jedes Tor gegen Linden sei ein Kraftakt gewesen, bemerkte David Welsch. Vielleicht wollten es die Mittelhessen am Ende auch ein bisschen mehr. Das soll aber nicht die Leistung der Idsteiner bis hierhin schmälern. Sie spielen immer noch eine fabelhafte Runde. „Jedem war klar, dass wir nicht in die Rückrunde starten, um aufzusteigen. Wir wollen weiterhin Spaß haben, Woche für Woche Gas geben. Wir nehmen alles mit, was geht und werden sehen, was am Ende herauskommt“, sagte David Welsch.

TV Idstein: Kaufmann, Zumdick; Engel (2), Flock, Schulz (1), Grandpierre (6), Y. Cremers (2), Kocak (1), Bierod, J. Cremers (7), D. Welsch (2), Völlger (1), Schubert (5/2), Kopp (1).

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