Rehasport sendet Alarmsignal

Idsteiner Zeitung vom 14.12.2020 
Abteilung des TV 1844 Idstein sucht dringend Ärzte für Kurse 

Von Rolf Lettmann

IDSTEIN. Dem Herzsport-Angebot des TV 1844 Idstein droht das Aus, falls sich nicht noch Ärzte finden, die den Verein bei dem Rehabilitationssportangebot für Herz- und Kreislauferkrankte unterstützen. Mittwochvormittags oder donnerstags am frühen Abend werden die Mediziner für die vorgeschriebene medizinische Beobachtung der Sportteilnehmer gebraucht. Auch Ärzte im Ruhestand sind gern und ausdrücklich willkommen. Die Unterstützung ist an keine bestimmte Fachrichtung gebunden. Jeder Mediziner kann diese Aufgabe übernehmen.

Schon seit 28 Jahren bietet der Verein Reha-Sport an. Zurzeit gibt es insgesamt 25 Sportgruppen für die Bereiche Orthopädie, Herzsport, Atemwegserkrankungen, Diabetes. Osteoporose, Krebsnachsorge, Stuhlgymnastik, Neurologie und Übergewicht. Die etwa 500 Teilnehmer werden in den verschiedenen Kursen von zehn in Reha-Sport ausgebildeten Übungsleitern betreut. Während des derzeitigen Lockdowns darf die Reha als einzige und für die Betroffenen sehr wichtige Sportart weiterhin in Gruppen mit entsprechenden Abständen durchgeführt werden, wenn auch durch das Fernbleiben einzelner Teilnehmer in dieser Zeit weniger Gruppen aktiv sind.

In 18 Jahren noch keinen Ernstfall erlebt

Während in allen anderen Reha-Gruppen die Übungsstunden in komplett vereinseigener Regie praktiziert werden können, bedarf es für den ordnungsgemäßen Sport in den vier Herz- und Kreislaufgruppen der Anwesenheit eines Arztes, um im Notfall lebensrettende Erstmaßnahmen einzuleiten. Ulrich Werlein, Fachbereichsleiter Gesundheitssport im Verein, hat in seiner 18-jährigen Erfahrung zwar nie einen solchen Fall erlebt, aber ohne ärztliche Anwesenheit sei Herzsport trotzdem nicht zu vertreten. Der Arzt misst zu Beginn der Übungsstunde bei den Teilnehmern Blutdruck und Puls. Danach beobachtet er sie bei ihren Übungen, um bei Auffälligkeiten eingreifen zu können. Defibrillator und Notfallkoffer mit notwendigen Arzneimitteln wie Tabletten und Spritzen stehen bereit.

Die Übungsstunden sind jeweils als Block aus zwei Einheiten von je 1,5 Stunden angesetzt und finden mittwochs von 9.15 bis 12.15 Uhr sowie donnerstags von 18 bis 21 Uhr statt. Das wären dann unter Berücksichtigung der Feiertage laut Werlein etwa 25 Termine im Halbjahr. Bei erhofften sechs bis sieben unterstützenden Ärzten ergeben sich somit drei bis vier Termine pro Arzt und Halbjahr.

Leider werde die Arzt-Decke jetzt zum Jahresende hin zu dünn, um wie gewohnt weiterzumachen, so Werlein. „Die Ärzte wissen für etwa ein halbes Jahr im Voraus, wann sie die Betreuung der Herzsportgruppe haben.“ Er hofft, dass eine solch langfristige Planung ein gutes Argument für noch unentschlossene Ärzte sein könnte – eine Aufwandsentschädigung gibt es zudem.

                      Kontakt

► Interessierte Ärzte aller Fachrichtungen, auch zum Beispiel Zahnärzte, Frauenärzte, Augenärzte und andere, können sich bei Ulrich Werlein, Fachbereichsleiter Gesundheitssport beim TV 1844 Idstein, oder seiner Kollegin Klaudia Werner-Schiffer melden unter Telefon 06126-5 7311, E-Mail gesundheit@tv1844idstein.de.

► Auch Ärzte im Ruhestand sind laut TVI willkommen.

Roswitha Lentz (2. von rechts) leitet die Übungen der Lungensportgruppe                                            Foto: Mallmann/AMP

Aufrufe: 110