Sportler wollen weitermachen

Auszug aus Wiesbadener Kurier vom 13.11.2021
Die Verbände der hessischen Hallensportarten sehen derzeit kein erneutes vorzeitiges Ende ihrer Wettkampfrunden

Von Udo Döring, Martin Krieger, Volkmar Schäfer und Torsten Muders

REGION. Die verschärfte PCR-Testpflicht gilt seit Donnerstag auch im Hallensport. Bei allen Diskussionen um 2G, 3G oder Impfquoten werden auch in der Sportszene die Sorgen über die stark steigenden Inzidenzzahlen immer größer. Ein erneuter Lockdown und damit auch ein Abbruch der Wettkampfrunden könnte damit wieder näher rücken. Der Hessische Ringerverband hat schon die Reißleine gezogen und die Saison unterbrochen. Wie schaut es bei anderen Hallensportarten aus? Wir haben uns bei einigen Verbänden mal über deren Einschätzung umgehört.

Basketball
HBV-Präsident Michael Rüspeler findet es „erstens schade, dass unsere Sportler darunter leiden müssen, dass manche Menschen sich nicht impfen lassen wollen. Zweitens finde ich es wichtig und gut, dass Jugendliche unter 18 Jahren von den neuen Regeln weniger betroffen sind, weil sie ja das Schultestheft vorzeigen können. Damit können wir den Nachwuchs bei der Stange halten. Drittens müssen und werden wir natürlich im Aktivenbereich mit dem 3G + -Modell klarkommen. Da gibt es noch einige Stellschräubchen zu drehen, zum Beispiel bezüglich der hauptamtlichen Trainerinnen und Trainer“, sagt der Butzbacher. 2020 sei der Hessische Basketball-Verband der erste Verband gewesen, der den Mannschaften einen Spielbetrieb „just for fun“ ermöglicht hätte. „Ich hoffe, dass wir das in den kommenden Monaten nicht wieder sagen müssen. Stand jetzt wird die Punktspielrunde auf jeden Fall fortgesetzt. Die Regeln und Verordnungen der Landesregierung gelten sowohl für Spieler als auch für Zuschauer“, erklärt der HBV-Chef.

Handball
Eine Ausnahme bei der verschärften PCR-Testpflicht wird Schiedsrichter, Trainern und anderen ehrenamtlich tätigen Offiziellen im Handball zugestanden. Hier reicht für nicht geimpfte oder genesene Personen der Nachweis von zwei Antigentests pro Woche zur Teilnahme am Spielbetrieb. „Dies erfolgte in Absprache mit dem Landessportbund, der dies wiederum mit der Politik vereinbart hat vor dem Hintergrund, dass Ehrenamtliche, die regelmäßig teure PCR-Tests machen müssten, dem Sport verloren gehen würden“, sagt HHV-Präsident Gunter Eckart (Brombachtal). An eine Aussetzung des Ligenbetriebs, wie im Ringen geschehen, denkt Eckart nicht. „Wir wissen auch, dass die Impfquote in unserem Bereich sehr hoch ist“,

sagt der Präsident, der zudem betont: „An die nicht geimpften Spieler können wir nur appellieren, den Schritt der Impfung zu gehen, um so eine schnelle Rückkehr zum normalen Spielbetrieb zu ermöglichen.“

Tischtennis
„Der Aufschrei der Vereine hält sich bisher in Grenzen“, verweist HTTV-Vizepräsident Dennis Erbe (Aßlar) in Sachen PCR-Testpflicht darauf, dass die Tischtennisspieler zuvor schon als verschärfte Regel nur Antigen-Schnelltests einer Teststelle akzeptiert hatten. Zudem sei die Impfquote unter Tischtennisspielern, die im Regelfall auch ein höheres Durchschnittsalter als andere Sportler hätten, über dem Bundesdurchschnitt. Ob denn die Runde wieder abgebrochen werden könnte, vermag Erbe nicht vorherzusagen: „Ich kann nicht in die Glaskugel schauen. Vor drei Wochen hätte ich noch gesagt, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Jetzt will ich es mir auch nicht vorstellen. Aber recht machen kann man es eh nicht allen.“ In vier Wochen wäre zumindest die Vorrunde gespielt und dann könnte man die Runde auch werten.

Bälle wieder ins Netz? Die Handballer haben gerade erst ihre Runde begonnen. Schon gibt es Diskussionen um einen Abbruch der Wettkämpfe – Archivfoto: imago

Volleyball
Das Grummeln an der Basis hat der Hessenverband vor allem in Sachen PCR- und Antigentest-Regelung laut vernommen: „Dass bei allen bis 17 der Schultest genügt, aber 18-Jährige einen kostenintensiven PCR-Test brauchen, ist auf großes Unverständnis gestoßen. Aber zumindest der U18-Spielbetrieb ist somit gesichert“, sagt HVV-Vizepräsident Chris-topher Fetting. Laut des Wiesbadeners sei als Sofortmaßnahme festgelegt, „Spiele ohne Strafe zu verlegen. Aber das können wir vielleicht an zwei Wochenenden machen, nicht mehr.“ Deshalb werde in der nächsten Woche die Spielkommission tagen müssen, um mögliche Szenarien für den weiteren Saisonverlauf festzulegen.

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