Sie ist keine Unbekannte beim TV 1844 Idstein. Seit neun Jahren engagiert sich Franziska Kunert im Badminton. Im zehnten Jahr übernimmt sie nun auch beruflich neue Aufgaben im Verein, im Rahmen ihres dualen Studiums Fitnesswissenschaften und Fitnessökonomie. Im Interview erzählt sie, wo ihre Wurzeln beim TVI liegen, wie sie als Trainerin gewachsen ist und warum sie ihre Zukunft nun genau hier mitgestalten möchte.
Franziska, deine Verbindung zum TV 1844 Idstein reicht schon viele Jahre zurück. Wie hat alles angefangen?
Als junger Mensch durfte ich unter anderem Fußball, Tischtennis und Aikido kennenlernen. Die Auswahl ist groß – nur für Ballett musste ich dann doch kurz den TVI verlassen.
Meine Wurzeln habe ich später beim Badminton gefunden. Seit mittlerweile neun Jahren übernehme ich Verantwortung, leite Gruppen und bin Teil der Entwicklung in der Abteilung Badminton. Heute trainiere ich mit meiner B-Leistungstrainer-Lizenz von den Badminis über Jugendliche bis hin zu Erwachsenen. Schöne Grüße an meine „Coachingzone“: Auch in Zukunft werde ich der Badmintonabteilung selbstverständlich erhalten bleiben.
Was macht für dich die Arbeit als Trainerin so besonders?
Für mich steht der persönliche Fortschritt der Sportlerinnen und Sportler im Mittelpunkt – auf und neben dem Platz. Spannend besonders bei Kindern, einige haben bereits mit sechs Jahren bei mir mit dem Badminton angefangen. Heute kämpfen sie Seite an Seite mit mir in einem sehr erfolgreichen Erwachsenenteam. Andere sind inzwischen Trainerassistenten und gestalten gemeinsam das Training. Diese Entwicklung mitzuerleben, ist etwas ganz Besonderes.
Du bringst neben deiner Erfahrung im Badminton auch einen pädagogischen Hintergrund mit. Was hilft dir davon in deiner Arbeit?
Stimmt. Ich habe mein Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Haupt- und Realschulen in den Fächern Arbeitslehre und Ethik. Die pädagogischen Erfahrungen haben mir schon im Trainerjob sehr geholfen. Außerdem gehören Kreativität, Geduld und Spontanität für mich zu den wichtigsten Eigenschaften in der Arbeit mit Menschen.
Dabei ist mir vor allem die Kommunikation auf Augenhöhe wichtig. Ich möchte, dass wir miteinander arbeiten und alle eine schöne Zeit im Verein verbringen.
Nun wechselst du nicht nur sportlich, sondern auch beruflich stärker in den TVI. Was sind deine neuen Aufgaben?
Meine Aufgabe beginnt ganz praktisch: Ich übernehme zunächst Verantwortung für die Betreuung und Verwaltung von Yolawo und unterstütze die Geschäftsstelle im laufenden Betrieb. Gleichzeitig bietet mir das die Chance, den Verein außerhalb meiner bisherigen Badminton-Perspektive kennenzulernen. Ich freue mich besonders auf den Kontakt zu den sportbegeisterten Mitgliedern des TVI.
Wenn du dich durch das Studium weiterentwickelst, wird auch der TVI davon profitieren. Wie stellst du dir dieses gemeinsame Wachstum vor?
Ich finde es spannend, wenn aus Theorie echte Praxis wird. Genau dieser rote Faden begleitet mich schon in meiner Trainerkarriere: Wissen sammeln, es in der Praxis umsetzen und dabei herausfinden, was Menschen und Teams wirklich weiterbringt.
Beim TVI gibt es dafür unglaublich viele Möglichkeiten – unterschiedliche Abteilungen, Sportangebote und Menschen mit ganz eigenen Ideen und Herausforderungen. Je mehr Wissen ich durch mein Studium dazugewinne, desto mehr kann ich davon auch in den Verein einbringen und neue Impulse setzen.
Für mich bedeutet gemeinsames Wachstum genau das: Ich entwickle mich weiter, der TVI kann von meiner Entwicklung profitieren – und gemeinsam können wir Dinge bewegen. Das motiviert mich.
Gibt es schon konkrete Ideen, wie dein Wissen künftig einen Mehrwert für den TVI schaffen kann?
Ja, erste Ideen gibt es – aber für mich geht es gar nicht darum, mit fertigen Lösungen in den Verein zu kommen. Viel spannender finde ich die Frage: Wo gibt es Menschen, die etwas entwickeln oder ausprobieren möchten, und wie kann ich mit meinem Wissen und meiner Erfahrung unterstützen.
Ein Beispiel, bei dem ich durch mein Studium künftig etwas beitragen kann, ist der Kraftraum. Erste Ideen gibt es natürlich schon – aber bevor daraus etwas entsteht, würde ich mir erst einmal anschauen, was bereits da ist und welche Wünsche es gibt.
Athletiktraining für Wettkampfteams oder ein spezielles Fitnessangebot für Frauen wären beispielsweise denkbar. Vielleicht entstehen daraus aber auch ganz andere Ideen. Genau das möchte ich gemeinsam herausfinden. Ich möchte helfen aus guten Ideen etwas Konkretes zu machen.
Der TVI begleitet dich schon seit vielen Jahren. Wie fühlt es sich an, mit mehr Verantwortung den Verein zu gestalten?
Es fühlt sich vor allem nach einer richtig schönen Chance an. Ich verbringe gerne Zeit beim TVI und habe hier selbst so viel erlebt.
Der Verein wird sich verändern, genau wie die Menschen, die zu ihm gehören. Für mich kommt es darauf an, diesen Veränderungen offen zu begegnen und dabei nicht aus den Augen zu verlieren, was einen Verein für mich so besonders macht: Menschen, die zusammenkommen, gemeinsam etwas erleben und sich verbunden fühlen.
Gerade deshalb finde ich es schön, an Ideen mitzuwirken, die diesem Miteinander fördern. Ein Beispiel dafür ist die Team-Reihe. Sie zeigt, wie wichtig dem TVI die Menschen sind, die unseren Verein tragen: Übungsleiter, Helfer, Schiedsrichter, Ehrenamtliche und engagierte Eltern. Ob TeamFuel, TeamCheers oder TeamBoost – es geht um Wertschätzung, Begegnung, gemeinsames Lernen und darum, den Zusammenhalt über die Abteilungsgrenzen hinweg zu stärken. Eine Idee, die inzwischen sogar das Interesse anderer Vereine geweckt hat.
Genau solche Projekte machen für mich den Reiz aus: Ich kann etwas von dem zurückgeben, was ich beim TVI erlebe.
Was reizt dich an deiner neuen Aufgabe am meisten und wovor hast du Angst?
Ganz klar, ich mag den Kontakt zu den Menschen. Der TVI lebt von seinen Mitgliedern, den Sportlerinnen und Sportlern, den Trainerinnen und Trainern und natürlich den vielen Ehrenamtlichen – ein lebendiges Netzwerk. Ich freue mich darauf, noch stärker Teil dieses Miteinanders zu sein.
Und meine größte Angst? Eigentlich ist es weniger Angst als Respekt vor einer Entwicklung, die ich beobachte. Ein Verein lebt davon, dass Menschen bereit sind, ein bisschen mehr zu geben als nur ihren Mitgliedsbeitrag.
Meine Sorge wäre, dass wir irgendwann nicht mehr genug davon finden. Gemeinschaft ist nicht selbstverständlich. Vielleicht ist genau deshalb unser Motto „Verein vereint Menschen und Ziele“ heute wichtiger denn je. Denn ein Verein lebt nicht nur davon, dass Menschen Mitglied sind, sondern davon, dass sie sich verbunden fühlen und Lust haben, gemeinsam sich oder etwas zu bewegen.
Wenn du in zehn Jahre zurückblickst: Was siehst du dann beim TV 1844 Idstein?
Wenn ich in zehn Jahren auf den TV 1844 Idstein zurückblicke, wünsche ich mir, dass ich noch immer ein aktiver Teil dieses Vereins bin und ihn mitgestalten darf.
Wenn ich sagen kann: Ich bin hier weiter gewachsen, habe aus Erfolgen und Fehlern gelernt und vielleicht dem einen oder anderen Menschen geholfen, beim TVI seinen eigenen Platz zu finden – dann wäre das für mich eine Zukunft, auf die ich gerne zurückblicke.
Und wenn neben Studium, Geschäftsstelle und Training noch Zeit bleibt – wie sieht deine Freizeit aus?
Dann findet man mich gerne beim Kochen, beim Sport oder im Garten. Auch wenn im Alltag durch Studium, Training und die neuen Aufgaben viel los ist, sind diese Dinge für mich ein guter Ausgleich.
Franziska, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei deinen neuen Aufgaben im TV 1844 Idstein!
Sehr gerne. Ich freue mich auf die neue Herausforderung und darauf, gemeinsam mit vielen Menschen im Verein etwas zu bewegen.






