Badminton-Regeln

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 Regel 1 Feld und Feldausstattung
1.1 Das Feld ist ein Rechteck und wird durch 40 mm breite Linien, wie in Abbildung A dargestellt, angelegt.
1.1.1
Das Feld für das Rollstuhl-Badminton wird in den Abbildungen D und E entsprechend dargestellt.
1.1.2
Für die Wettkampfklassen des Stehend-Badminton, die auf halben Feld spielen, ist das Einzel-Feld in Abbildung F dargestellt.
1.2 Die Linien, die das Feld begrenzen, müssen leicht erkennbar sein (kontrastreich), vorzugsweise in den Farben weiß oder gelb.
1.3 Die Linien sind Teil des Feldbereichs, den sie begrenzen.
1.4 Die Pfosten haben vom Boden des Feldes gemessen eine Höhe von 1,55 m und müssen vertikal verbleiben, wenn das Netz gespannt ist, wie unter Regel 1.10 beschrieben.
 1.5 Die Pfosten werden auf den Seitenlinien des Doppelspielfeldes platziert, wie in Abbildung A dargestellt, gleichgültig, ob Einzel oder Doppel gespielt wird. Pfosten oder deren Stützen dürfen weiter als die Seitenlinie selbst in das Feld  hineinragen
 1.6 Das Netz ist aus feiner dunkelfarbiger Kordel von gleichmäßiger Stärke hergestellt. Die Maschen dürfen nicht kleiner sein als 15 mm und nicht größer als 20 mm.
 1.7  Das Netz ist 760 mm tief und wenigstens 6,10 m breit.
[Der englische Urtext meint mit mindestens 6,10 m die Breite gesamten Netzanlage einschließlich Pfosten. Daraus ergibt sich, dass das Netz selbst eine Breite von 6,02 m haben muss. Vergleiche auch DIN 1509.]
 1.8 Die Netzoberkante wird mit einem 75 mm breiten gedoppelten weißen Band eingefasst, durch das eine Kordel oder ein Kabel (Seil) gezogen wird. Dieses Band muss auf der Kordel oder dem Kabel (Seil) aufliegen.
 1.9  Kordel oder Kabel (Seil) müssen spannkräftig genug sein, um an den oberen Enden der Pfosten straff gespannt werden zu können.
 1.10 Die Netzoberkante muss, vom Boden des Spielfeldes gemessen, in der Mitte des Feldes eine Höhe von 1,524 m und an den äußeren Begrenzungslinien des Doppelspielfeldes eine Höhe von 1,55 m haben.
Zwischen den seitlichen Netzabschlüssen und den Pfosten darf keine Lücke sein. Falls erforderlich, müssen diese Abschlüsse in der gesamten Netztiefe am Ende mit den Pfosten befestigt werden.
 1.11 Zwischen den seitlichen Netzabschlüssen und den Pfosten darf keine Lücke sein. Falls erforderlich, müssen diese Abschlüsse in der gesamten Netztiefe mit den Pfostenbefestigt werden.

Anmerkung: Das Feld wird für Einzel und Doppel benutzt.
Diagonale Länge des Gesamtfeldes: 14,723 m.

[Der freie Raum muss mindestens
– zwischen Seitenlinien zu einem anderen Feld 0,30 m
– zwischen Seitenlinie und einer Wand 0,30 m
– zwischen den Grundlinien zweier Felder 1,30 m
– zwischen Grundlinie und einer Seitenlinie 1,30 m
– zwischen Grundlinien und einer Wand 0,80 m
betragen. In diesem erweiterten Bereich muss ein Spieler mit einem nach oben gestreckten Schläger aufrecht stehen können, ohne die Decke oder andere Hindernisse zu berühren. Dies entspricht einer Mindesthöhe von 3 m.
Im Bereich des Deutschen Badmintonverbandes gilt: Eine Halle ist uneingeschränkt bespielbar, wenn sie eine lichte Höhe von mindestens 9,00 m aufweist. Bei einer Hallenhöhe von unter 5,00 m ist sie nicht bespielbar. Die lichte Höhe einer Halle ist vom Boden bis zum untersten Teil der Deckenkonstruktion zu messen. Ist ein Deckenbalken vorhanden,
auch wenn über ihm noch freier Raum ist, so misst die lichte Höhe vom Boden bis zum untersten Rand des Balkens.
Bei Einsatz von Feldmatten gilt im Bereich des Deutschen Badminton-Verbandes ein Gleitreibungswert von 0,4 bis 0,8.
In Deutschland sind die Feldlinien gemäß DIN 18032 vorzugsweise in der Farbe grün vorzusehen.]

   Regel 2 Spielball
 2.1 Der Spielball darf aus natürlichen und/oder synthetischen Materialien hergestellt sein. Unabhängig vom Material, aus dem der Ball besteht, sollte er ganz allgemein den Flugeigenschaften eines Naturfederballes mit Korkbasis entsprechen. Die Basis ist mit einer dünnen Lederschicht überzogen.
2.2 Federball
2.2.1 Der Federball muss 16 an der Basis befestigte Federn haben.
2.2.2 Die Federn müssen eine einheitliche Länge zwischen 62 mm bis 70 mm haben, gemessen von der Spitze bis zur Oberkante der Basis.
2.2.3 Die Spitzen der Federn müssen einen Kreis bilden mit einem Durchmesser von 58 mm bis 68 mm.
2.2.4 Die Federn müssen fest mit Zwirn oder einem anderen geeigneten Material befestigt sein.
2.2.5 Die Basis muss einen Durchmesser von 25 mm bis 28 mm haben und unten abgerundet sein.
2.2.6 Der Federball muss zwischen 4,74 und 5,50 Gramm wiegen.
2.3 Kunststoffball
2.3.1 Der Korb oder die Nachbildung von Federn aus synthetischem Material ersetzt die Naturfedern.
2.3.2 Die Basis ist in Regel 2.2.5 beschrieben.
2.3.3 Maße und Gewichte müssen wie in den Regeln 2.2.2, 2.2.3 und 2.2.6 sein. Auf Grund unterschiedlichen spezifischen Gewichts und Verhaltens von synthetischem Material im Vergleich mit Naturfedern ist jedoch eine Abweichung bis zu zehn Prozent akzeptabel.
2.4 Unter dem Vorbehalt, dass allgemeine Form, Geschwindigkeit und Flugeigenschaft des Spielballs nicht verändert werden, können Abweichungen von den obigen Spezifikationen mit Genehmigung des zuständigen Nationalverbandes vorgenommen werden an Orten, die aufgrund von atmosphärischen oder klimatischen Bedingungen für den Standardfederball ungeeignet sind.
 Regel 3 Balltest auf Geschwindigkeit
3.1 Um einen Ball zu testen, hat ein Spieler einen vollen Unterhandschlag auszuführen, bei dem der Ball unmittelbar über der rückwärtigen Begrenzungslinie getroffen wird. Der Ball ist in Aufwärtsrichtung
und parallel zu den Seitenlinien zu schlagen.
3.2 Ein Ball mit korrekter Geschwindigkeit landet nicht weniger als 530 mm und nicht mehr als 990 mm von der gegenüberliegenden rückwärtigen Begrenzungslinie entfernt auf dem Boden, wie in Abbildung B dargestellt.

Abbildung B

Abbildung B: Testmarkierungen Doppelfeld

  Regel 4 Schläger
4.1 Der Schlägerrahmen darf 680 mm in der gesamten Länge und 230 mm in der gesamten Breite nicht überschreiten. Die Teile des Schlägers werden in Regel 4.1.1 bis 4.1.5 beschrieben und in Abbildung C dargestellt.
4.1.1 Der Griff ist der Teil des Schlägers, der vom Spieler in der Hand gehalten wird.
4.1.2 Die Besaitung ist der Teil des Schlägers, der zum Schlagen des Federballes bestimmt ist.
4.1.3 Der Schlägerkopf begrenzt die Besaitung.
4.1.4 Der Schaft verbindet den Griff mit dem Schlägerkopf (mit Ausnahme Regel von 4.1.5).
4.1.5 Der Schlägerhals (falls vorhanden) verbindet den Schaft mit dem Schlägerkopf.

abbildung-c

Abbildung C: Schlägerabmessungen, Der Badmintonschläger inklusive Teilebeschreibung

4.2 Die Besaitung
4.2.1 Die Besaitung des Schlägers muss eben sein und aus einem Muster von sich kreuzenden Saiten bestehen, die dort, wo sie sich kreuzen, entweder abwechselnd verflochten oder geknotet sind. Das Saitenmuster muss im Allgemeinen einheitlich sein und darf insbesondere in der Mitte nicht weniger dicht sein, als in jedem anderen Punkt der Besaitung.
4.2.2 Die Besaitung darf 280 mm in der gesamten Länge und 220 mm in der gesamten Breite nicht überschreiten. Die Besaitung darf jedoch bis in den Schlägerhals verlängert werden, vorausgesetzt
4.2.1.1
4.2.1.2
die zusätzliche Besaitung überschreitet nicht eine Breite von 35 mm und
die Gesamtlänge der Besaitung überschreitet dabei nicht 330 mm.
4.3 Der Schläger
4.3.1 Der Schläger muss frei sein von daran befestigten und vorspringenden Gegenständen mit Ausnahme von solchen, die ausschließlich und speziell dazu dienen, Abnutzung und Verschleiß oder Schwingungen zu verringern oder zu vermeiden, oder um Gewicht zu verteilen oder um den Schlägergriff durch eine Schnur an der Hand des Spielers zu sichern, und die für diese Zwecke eine angemessene Größe und Anbringung aufweisen.
4.3.2 Der Schläger muss frei sein von jeder Vorrichtung, die es einem Spieler ermöglicht, die Schlägerform zu verändern.
  Regel 5 Zustimmung für spezielle Ausstattung
5.1 Die Badminton World Federation (BWF) hat bezüglich jeder Frage zu entscheiden, ob ein Schläger, Ball oder eine Ausrüstung oder jegliches Modell, das zum Spielen von Badminton benutzt wird, den Spezifikationen entspricht. Eine solche Entscheidung kann auf Initiative der BWF erfolgen oder auf Antrag von jedem anderen, der ein echtes Interesse an der Sache hat, einschließlich Spielern, Technischen Offiziellen, Ausrüstungsherstellern oder Nationalverbänden oder einem Mitglied davon.
5.2
Zusätzliche Ausstattung für Para-Badminton
Im Para-Badminton kann ein Rollstuhl oder eine Gehstütze verwendet werden.
5.2.1
Der Körper des Spielers kann mit elastischem Band am Rollstuhl fixiert werden.
5.2.2
Der Rollstuhl kann mit Stützrädern ausgerüstet werden, die über die Haupträder hinausragen.
5.2.3
Die Füße des Spielers müssen an der Fußraste des Rollstuhls befestigt sein.
  Regel 6 Wahl
6.1 Vor Spielbeginn wird eine Wahl durchgeführt. Die Seite, die die Wahl gewinnt, hat die Auswahl zu treffen zwischen den Möglichkeiten in Regel 6.1.1 oder Regel 6.1.2:
6.1.1 zuerst auf- oder rückzuschlagen.
6.1.2 Spielbeginn auf der einen oder anderen Feldseite.
6.2 Der  Verlierer der Wahl hat sich dann für eine der noch verbleibenden Möglichkeiten zu entscheiden.
   Regel 7 Punktsystem (Zählweise)
7.1 Ein Spiel ist beendet, wenn eine Seite zwei Sätze gewonnen hat, wenn nichts anderes vereinbart wurde (Anhänge 2 und 3).
7.2 Ein Satz gilt von der Seite als gewonnen, die zuerst 21 Punkte erreicht hat, mit Ausnahme der Regel 7.4 und 7.5.
7.3 Die Seite, die einen Ballwechsel gewinnt, erhält einen Punkt zum bisherigen Punktestand dazu. Eine Seite gewinnt einen Ballwechsel, wenn die Gegenseite einen Fehler begeht oder der Ball aus dem Spiel ist, weil er auf den Boden innerhalb des gegnerischen Feldes fällt.
7.4 Beim Spielstand von 20 beide gewinnt die Seite den Satz, die zuerst einen Vorsprung von zwei Punkten hat.
7.5 Beim Spielstand von 29-beide gewinnt die Seite den Satz, die als nächste den 30. Punkt erzielt.
7.6 Die Seite, die einen Satz gewinnt, führt im nächsten Satz den ersten Aufschlag aus.
 Regel 8 Wechsel der Feldseiten
8.1 Die Spieler wechseln die Feldseiten:
8.1.1 nach Beendigung des ersten Satzes;
8.1.2 mit dem Ende des zweiten Satzes, falls es einen dritten Satz gibt.
8.1.3 im dritten Satz, wenn die führende Seite 11 Punkte erreicht hat.
8.2 Wurden die Seiten nicht wie in Regel 8.1 vorgeschrieben gewechselt, muss der Wechsel unmittelbar nach Erkennen des Fehlers erfolgen. Voraussetzung ist, dass der Ball nicht mehr im Spiel ist. Der bis dahin erreichte Punktestand bleibt bestehen.
 Regel 9 Aufschlag
9.1 Bei einem korrekten Aufschlag
9.1.1 darf keine Seite die Ausführung des Aufschlages unzulässig verzögern; sobald der Aufschläger und der Rückschläger zum Aufschlag bereit sind.
9.1.2
 muss jede Verzögerung nach Abschluss der vorbereitenden Ausholbewegung des Aufschlägers (Regel 9.2) als unzulässige Verzögerung angesehen werden.
9.1.3 müssen der Aufschläger und der Rückschläger innerhalb der diagonal gegenüberliegenden Aufschlagfelder (Abbildung A) stehen, ohne dass sie die Begrenzungslinien dieser Aufschlagfelder berühren.
9.1.3.1 Im Para-Badminton gelten die Abbildungen D und F entsprechend für Rollstuhl-Badminton und die Wettkampfklassen des Stehend-Badminton, die auf halbem Feld spielen.
9.1.4 muss ein Teil beider Füße des Aufschlägers und des Rückschlägers mit dem Feldboden fest in Berührung bleiben, vom Beginn des Aufschlages (Regel 9.2) an gerechnet, bis der Aufschlag ausgeführt ist (Regel 9.3).
9.1.4.1 Im Rollstuhl-Badminton: Vom Beginn bis zur Ausführung des Aufschlags dürfen sich die Rollstuhlräder des Aufschlägers und Rückschlägers nicht bewegen, mit Ausnahme der natürlichen Gegenbewegung des Rollstuhls des Aufschlägers.
9.1.5 muss mit dem Schläger zuerst die Basis des Balls getroffen werden.
9.1.6 muss sich – im Moment der Berührung mit dem Schläger – der gesamte Ball unterhalb der Taille des Aufschlägers befinden.
Die Taille ist als imaginäre Linie um den Körper beschrieben und befindet sich dort, wo die unterste Rippe zu suchen ist.
9.1.6.1 Im Rollstuhl-Badminton muss sich – im Moment der Berührung mit dem Schläger – der gesamte Ball unterhalb der Achselhöhle des Aufschlägers befinden
9.1.7 muss der Schaft und der Schlägerkopf des Schlägers – im Augenblick des Treffpunktes mit dem Ball – in eine Abwärtsrichtung zeigen.
9.1.8 muss nach Aufschlagbeginn (Regel 9.2) die Bewegung des Schlägers weiter vorwärts fortgesetzt werden, bis der Aufschlag ausgeführt ist (Regel 9.3).
[d.h. die Aufschlagbewegung darf nicht verlangsamt und erst recht nicht abgestoppt werden]
9.1.9 muss der Ball vom Aufschlagtreffpunkt an aufwärts über das Netz fliegen, um – sofern der Flug nicht unterbrochen wird – im Aufschlagfeld des Rückschlägers zu landen (auch auf bzw. innerhalb der Begrenzungslinien).
9.1.10 darf der Ball, beim Versuch aufzuschlagen, nicht verfehlt werden.
9.2 Sobald die Spieler zum Aufschlag bereit sind, gilt die erste Vorwärtsbewegung des Schlägerkopfes durch den Aufschläger als Aufschlagbeginn.
9.3 Einmal eingeleitet (Regel 9.2) gilt ein Aufschlag als ausgeführt, wenn der Ball vom Schläger des Aufschlägers getroffen wird, oder beim Versuch, den Aufschlag auszuführen, der Aufschläger den Ball verfehlt.
9.4 Der Aufschläger darf mit dem Aufschlag nicht beginnen, bevor der Rückschläger bereit ist. Der Rückschläger muss als bereit angesehen werden, wenn erkennbar ist, dass er beabsichtigt, den Aufschlag zurückzuschlagen.
9.5 Im Doppelspiel können während der Ausführung des Aufschlags (Regel 9.2, 9.3) die jeweiligen Partner jede Position auf ihrer Spielfeldseite einnehmen, vorausgesetzt, die gegnerischen Aufschläger oder Rückschläger werden in der Sicht nicht behindert.
 Regel 10 Einzelspiel
10.1  Aufschlagende und rückschlagende Seiten
10.1.1 Der Aufschlag wird von den Spielern jeweils vom rechten Aufschlagfeld ausgeführt und im rechten Aufschlagfeld zurückgeschlagen, wenn der Aufschläger noch keine Punkte oder eine gerade Punktzahl in diesem Satz erreicht hat.
10.1.2 Der Aufschlag wird von den Spielern jeweils vom linken Aufschlagfeld ausgeführt und im linken Aufschlagfeld zurückgeschlagen, wenn der Aufschläger in diesem Satz eine ungerade Punktzahl erreicht hat.
10.1.3 In den Para-Badminton Wettkampfklassen, die auf halbem Feld spielen, wird der Auf-schlag von den Spielern jeweils aus dem entsprechenden Aufschlagfeld ausgeführtund zurückgeschlagen.
10.2 Schlagreihenfolge und Position auf dem Feld
Während eines Ballwechsels wird der Ball abwechselnd vom Aufschläger und Rückschläger von jeder beliebigen Position seiner Feldseite geschlagen, bis der Ball nicht mehr im Spiel ist (Regel 15).
10.3 Punktgewinn und Aufschlag
10.3.1 Wenn der Aufschläger einen Ballwechsel gewinnt (Regel 7.3), erzielt der Aufschläger einen Punkt. Der Aufschläger schlägt dann wieder auf, nun aber vom anderen Aufschlagfeld
10.3.2 Wenn der Rückschläger einen Ballwechsel gewinnt (Regel 7.3), erzielt der Rückschläger einen Punkt. Der Rückschläger wird nun zum Aufschläger.
 Regel 11 Doppelspiel
11 Aufschlagende und rückschlagende Seiten
11.1.1 Ein Spieler der aufschlagenden Seite hat vom rechten Aufschlagfeld aufzuschlagen, wenn diese Seite noch keine Punkte oder eine gerade Punktzahl in diesem Satz erreicht hat.
11.1.2 Ein Spieler der aufschlagenden Seite hat vom linken Aufschlagfeld aufzuschlagen, wenn diese Seite eine ungerade Punktzahl in diesem Satz erreicht hat.
11.1.3 Der Spieler der rückschlagenden Seite, der zuletzt aufgeschlagen hat, bleibt dort stehen, von wo er zuletzt aufgeschlagen hat. Sein Partner hat die jeweils andere Position einzunehmen.
11.1.4 Der Spieler der rückschlagenden Seite, der diagonal gegenüber dem Aufschläger zu stehen hat, ist der Rückschläger.
11.1.5 Die Spieler ändern erst dann ihre Positionen beim Aufschlag, wenn sie aufgeschlagen haben und anschließend punkten.
11.1.6 Der Aufschlag hat stets von dem Aufschlagfeld aus zu erfolgen, wie es dem Spielstand der aufschlagenden Seite entspricht. Ausgenommen, die Voraussetzungen zu Regel 12 sind erfüllt.
11.2 Schlagreihenfolge und Positionen auf dem Feld
Nachdem der Aufschlag zurückgeschlagen ist, kann der Ball von irgendeinem Spieler der aufschlagenden Seite und irgendeinem Spieler der rückschlagenden Seite von jeder Position auf seiner Spielfeldseite aus geschlagen werden, bis der Ball nicht mehr im Spiel ist (Regel 15).
11.3 Punktgewinn und Aufschlag
11.3.1 Wenn die aufschlagende Seite einen Ballwechsel gewinnt (Regel 7.3), erzielt die aufschlagende Seite einen Punkt. Der Aufschläger hat erneut aufzuschlagen, allerdings vom anderen Aufschlagfeld.
11.3.2 Wenn die rückschlagende Seite einen Ballwechsel gewinnt (Regel 7.3), erzielt die rückschlagende Seite einen Punkt. Die rückschlagende Seite hat jetzt aufzuschlagen.
11.4 Reihenfolge der Aufschlagenden
In jedem Satz geht das Auschlagrecht:
11.4.1 vom anfänglichen Aufschläger, der den Satz vom rechten Aufschlagfeld aus eröffnet,
11.4.2 über zum Partner des anfänglichen Rückschlägers, der seine ersten Aufschlag vom linken Aufschlagfeld ausführt,
11.4.3 über zum Partner des anfänglichen Aufschlägers,
11.4.4 über zum anfänglichen Rückschläger,
11.4.5 über zum anfänglichen Aufschläger und so weiter.
11.5 Kein Spieler darf außerhalb der Reihenfolge aufschlagen oder außerhalb der Reihenfolge den Aufschlag zurückschlagen, oder im gleichen Satz zweimal hintereinander den Aufschlag zurückschlagen, mit Ausnahme von Regel 12.
11.6 Jeder der beiden Spieler der Siegerseite kann im folgenden Satz als Erster den Aufschlag ausführen, und jeder der beiden Spieler der Verliererseite kann im folgenden Satz als erster den Aufschlag zurückschlagen.
  Regel 12 Positionsfehler beim Auf- bzw. Rückschlag
12.1 Ein Positionsfehler beim Auf- bzw. Rückschlag liegt vor, wenn ein Spieler
12.1.1 außerhalb der Reihenfolge den Auf- bzw. Rückschlag ausgeführt hat.
12.1.2 vom falschen Auf- bzw. Rückschlagfeld auf- bzw. zurückgeschlagen hat
12.2 Wenn ein Positionsfehler beim Auf- bzw. Rückschlag bemerkt wird, ist dieser Positionsfehler zu berichtigen. Der erreichte Spielstand bleibt bestehen.
  Regel 13 Fehler
Es ist ein Fehler
13.1 wenn ein Aufschlag nicht korrekt ist (Regel 9.1).
13.2 wenn der aufgeschlagene Ball:
13.2.1 sich an dem Netz verfängt und auf der Oberkante hängen bleibt.
13.2.2 nach Überfliegen des Netzes im Netz hängen bleibt.
13.2.3 vom Partner des Rückschlägers geschlagen wird.
13.3 wenn der im Spiel befindliche Ball:
13.3.1 außerhalb der Begrenzugslinien des Feldes den Boden berührt (also nicht auf oder innerhalb der Begrenzungslinien).
13.3.2 nicht über das Netz fliegt.
13.3.3

 

die Decke oder Seritenwände berührt.
[Im Bereich des Deutschen Badminton-Verbandes gilt: Bei einer lichten Höhe unterhalb 9,00 m ist der Aufschlag zu wiederholen, wenn der Ball die Decke bzw. Deckenkonstruktion berührt. Berührt er jedoch während des Ballwechsels die Decke bzw. Deckenkonstruktion, entsteht immer ein Fehler.]
13.3.4 einen Spieler oder die Kleidung eines Spielers berührt.
13.3.4.1 Im Para-Badminton wird ein Rollstuhl oder eine Gehstütze als Teil des Spielers angesehen.
13.3.5 irgendeinen anderen Gegenstand oder eine andere Person außerhalb des Feldes berührt.
(Wo es aufgrund der Hallenkonstruktion erforderlich ist, kann die örtliche Badminton-Organisation mit Zustimmung des Nationalverbandes Sonderregelungen für Fälle treffen, bei denen der Ball ein Hindernis berührt.)
[Eine Wiederholung ist zu geben, wenn der Ball einen Gegenstand berührt, der sich in dem Raum über dem Feld unterhalb 9,00 m befindet (Lampe, Lautsprecher, Sportgerät u. Ä. einschließlich Halterungen) und aus
der Deckenkonstruktion herausragt (die zur Deckenkonstruktion gehörenden Teile wie Träger usw. sind keine derartigen Gegenstände).
Es ist kein Fehler, wenn Gegenstände (auch Verstrebungen und Seile) überflogen werden. Allerdings kann Wiederholung gegeben werden, wenn beim Überfliegen der Sichtkontakt des bzw. der Spieler oder des
Schiedsrichters zum Ball unterbrochen wird.
Es sollte deshalb immer vor einem Wettkampf geklärt werden, ob auf Wiederholung oder Weiterspielen zu entscheiden ist.]
13.3.6 mit dem Schläger aufgefangen und angehalten wird und dann während des eigentlichen Rückschlages geschleudert wird.
13.3.7 vom selben Spieler zweimal hintereinander geschlagen wird.
Es ist jedoch kein Fehler, wenn der Ball zu einem Schlag den  Schlägerrahmen und die Besaitung trifft.
13.3.8 von einem Spieler und danach dessen Partner geschlagen wird.
13.3.9 den Schläger eines Spielers berührt und danach nicht in Richtung der gegenerischen Spielfeldseite fliegt.
13.4 wenn ein Spieler, während der Ball im Spiel ist
13.4.1 das Netz oder dessen Haltevorrichtung mit dem Schläger, seinem Körper oder seiner Bekleidung berührt.
13.4.2 mit dem Schläger oder seinem Körper über dem Netz in das gegnerisch Spielfeld eindringt, ausgenommen, dass der Schlagende dem Ball über das Netz folgt, wenn sich der Anfangsberührungspunkt mit dem Ball auf der Spielfeldseite des Schlagenden befindet.
13.4.3 mit dem Schläger oder seinem Körper unter dem Netz in das gegnerische Spielfeld eindringt, vorausgesetzt, der Gegner wird dadurch behindert oder abgelenkt.
13.4.4 den Gegener daran hindert, das heißt verhindert, einen zulässigen Schlag auszuführen, der dem Ball über das Netz folgt.
13.4.5 seinen Gegener vorsätzlich durch irgendwelche Handlungen wie Rufen oder Gebärden ablenkt.
13.4.6 im Rollstuhl-Badminton
13.4.6.1
im Moment, in dem der Ball geschlagen wird, sich kein Teil des Rumpfs des Spielers in Kontakt mit dem Sitz des Rollstuhls befindet.
13.4.6.2
sich die Befestigung eines Fußes an der Fußraste löst.
13.4.6.3
während des Spiels der Spieler mit irgendeinem Teil der Füße den Boden be-rührt.
13.5 wenn ein Spieler wegen offenkundiger, wiederholter oder anhaltender Verstöße nach Regel 16 schuldig befunden wird.
Regel 14 Wiederholungen
14.1 “Wiederholung” wird vom Schiedsrichter oder Spieler (wenn kein Schiedsrichter eingesetzt ist) ausgerufen, um das Spiel anzuhalten.
14.2 “Wiederholung” erfolgt, wenn:
14.2.1 der Aufschläger den Aufschlag ausführt, bevor der Rückschläger bereit ist (Regel 9.5.)
14.2.2 während des Aufschlages sowohl der Rückschläger als auch der Aufschläger gleichzeitig einen Fehler machen.
14.2.3 der Ball nach einem Rückschlag:
14.2.3.1 sich an dem Netz verfängt und auf der Oberkante hängen bleibt.
14.2.3.2 nach Überfliegen des Netzes im Netz hängen bleibt.
14.2.4 während des Spiels der Ball auseinander fällt und sich die Basis vollständig vom übrigen Ball löst;
14.2.5 nach Meinung des Schiedsrichters das Spiel gestört oder ein Spieler durch einen Betreuer des Gegners abgelenkt wird.
14.2.6 der Linienrichter nicht sehen konnte, wohin der Ball gefallen ist und der Schiedsrichter seinerseits keine Entscheidung treffen kann.
14.2.7 ein unvorhergesehenes oder unbeabsichtigtes Ereignis eingetreten ist.
[siehe auch Anmerkung zu Regel 13.3.4 bzw. 13.3.6]
14.3 Wenn eine “Wiederholung” eintritt, gilt der seit dem letzten Ballwechsel ausgeführte Aufschlag nicht mehr und der Spieler, der zuletzt aufgeschlagen hatte, wiederholt den Aufschlag.
Regel 15 Ball nicht im Spiel
Ein Ball ist nicht mehr im Spiel, wenn
15.1 er das Netz oder den Pfosten berührt und anschließend auf der Netzseite des Spielers, der den Schlag ausgeführt hat, in Richtung Boden desFeldes fällt.
15.2 er den Boden des Feldes berührt.
15.3 der Tatbestand eines “Fehlers” oder einer “Wiederholung” vorliegt.
Regel 16 Fortgesetztes Spiel, unsportliches Verhalten und Strafen
16.1 Das Spiel wird ohne Unterbrechung vom ersten Aufschlag bis zum Ende des Spiels durchgeführt, ausgenommen wie in den Regeln 16.2 erlaubt und für Rollstuhl-Badminton in Regel 16.5.3 erlaubt.
16.2 Pausen
Bei allen Spielen sind Pausen erlaubt:
16.2.1 von nicht länger als 60 Sekunden in jedem Satz, wenn die führende Seite 11 Punkte erreicht hat.
16.2.2 von nicht länger als 120 Sekunden zwischen dem ersten und zweiten Satz sowie zwischen einem zweiten und dritten Satz.
(Bei vom Fernsehen übertragenen Spielen entscheidet der Referee vor dem Spiel, ob die in Regel 16.2 erlaubten Pausen genommen und fest eingehalten werden müssen).
16.3 Spielunterbrechung
16.3.1 Wenn es Umstände erforderlich machen, die außerhalb der Verantwortung der Spieler liegen, kann der Schiedsrichter das Spiel so lange unterbrechen, wie er es für notwendig erachtet.
16.3.2 Unter besonderen Umständen kann der Referee den Schiedsrichter anweisen, das Spiel zu unterbrechen.
Für Para-Badminton wird die Reparatur von zusätzlicher Ausstattung für Para-Badminton (Regel 5.2) als ein besonderer Umstand angesehen.
16.3.3 Wird das Spiel unterbrochen, bleibt der Punktstand bestehen und das Spiel wird später wie abgebrochen, wieder aufgenommen.
16.4 Spielverzögerung
16.4.1 Unter keinen Umständen darf das Spiel verzögert werden, um einem Spieler die Möglichkeit zu geben, sich zu erholen, Luft zu schöpfen oder Ratschläge einzuholen.
16.4.2 Über den Tatbestand der Spielverzögerung entscheidet einzig und allein der Schiedsrichter.
16.5 Ratschläge (Coaching) und Verlassen des Feldes
16.5.1 Ein Spieler darf nur Ratschläge erhalten, wenn der Ball nicht im Spiel ist (Regel 15).
16.5.2 Kein Spieler darf ohne Erlaubnis des Schiedsrichters das Feld verlassen, ausgenommen in den Pausen, wie in Regel 16.2 beschrieben.
16.5.3 Im Rollstuhl-Badminton darf ein Spieler das Feld für eine zusätzliche Pause zur Katheterentleerung während eines Spiels verlassen. Der Spieler wird von einem eingesetzten Technischen Offiziellen begleitet.
16.6 Ein Spieler darf nicht:
16.6.1 absichtlich das Spiel verzögern oder ohne Erlaubnis unterbrechen.
16.6.2 ohne Erlaubnis den Ball modifizieren oder beschädigen, um Geschwindigkeit oder Flugeigenschaft zu verändern.
16.6.3 sich unsportlich/ungehörig verhalten.
16.6.4 sich eines unsportlichen Verhaltens schuldig machen, das nicht anderweitig durch eine Badminton-Regel abgedeckt ist.
16.7 Behandlung von Verstößen
16.7.1 Der Schiedsrichter hat einen Verstoß gegen Regel 16.4.1, 16.5.1 oder 16.6 wie folgt zu ahnden:
16.7.1.1
durch eine Verwarnung (gelbe Karte) an die Seite auszusprechen, die sich schuldig gemacht hat., oder
17.7.1.2
durch eine Fehlerverwarnung (rote Karte) an die schuldige Seite, wenn sie vorher verwarnt worden ist, oder
17.7.1.3
durch eine Fehlerverwarnung (rote Karte) an die schuldige Seite bei grober Unsportlichkeit oder Verstoß gegen Regel 16.2.
16.7.2 Wird eine Fehlerverwarnung (rote Karte) nach Regel 16.7.1.2 oder 16.7.1.3 ausgesprochen, hat der Schiedsrichter den Referee zu rufen, welcher berechtigt ist, die schuldige Seite zu disqualifizieren (schwarze Karte).
 Regel 17 Turnieroffizielle und Einsprüche
17.1 Der Referee hat die Gesamtverantwortung für das Turnier oder die Meisterschaft, bei dem (der) Spiele stattfinden.
17.2 Der für ein Spiel eingesetzte Schiedsrichter ist verantwortlich für den Ablauf des Spiels, für das Feld und die unmittelbare Feldumgebung. Der Schiedsrichter hat dem Referee zu berichten.
17.3 Der Aufschlagrichter hat die Aufschlagfehler zu geben, die vom Aufschläger gemacht werden (Regel 9.1.2 bis 9.1.8).
17.4 Ein Linienrichter zeigt an, ob ein Federball ‘in’ oder ‘aus’ ist, bezogen auf die ihm zugewiesene Linie(n).
17.5  Die Tatsachenentscheidung eines Turnieroffiziellen ist endgültig, bezogen auf seine Verantwortlichkeit. Ausgenommen ist der Fall, dass der Schiedsrichter aus seiner Sicht zweifelsfrei eine Fehlentscheidung eines Linienrichters erkannt hat. Für diesen Fall hat der Schiedsrichter die Entscheidung des Linienrichters zu korrigieren (overrulen).
17.6 Ein Schiedsrichter muss:
17.6.1 die Einhaltung der Badmintonspielregeln überwachen, durchsetzen und vor allem “Fehler” oder “Wiederholung” ausrufen, wenn diese eingetreten sind.
17.6.2 seine Entscheidung bei einem Einspruch wegen eines Streitpunktes vor Beginn des nächsten Aufschlages treffen.
17.6.3 dafür sorgen, dass Spieler und Zuschauer über den Fortschritt des Spiels informiert werden.
17.6.4 nach Rücksprache mit dem Referee Linienrichter oder einen Aufschlagrichter einsetzen oder absetzen.
17.6.5 dafür sorgen, dass auch diejenigen Aufgaben wahrgenommen werden, zu denen kein Technischer Offizieller für das Spielfeld eingesetzt ist.
17.6.6 wenn einem eingesetzten Turnieroffiziellen die Sicht versperrt war, die Entscheidung für ihn treffen oder auf “Wiederholung” entscheiden.
17.6.7 alle Vorkommnisse im Zusammenhang mit Regel 16 aufschreiben und dem Referee melden.
17.6.8 den Referee bei allen nicht stattgegebenen Einsprüchen rufen, jedoch nur in Fällen der Regelauslegung. (Solche Einsprüche müssen vor der Ausführung des nächsten Aufschlages vorgetragen werden oder bei Spielende, bevor die Seite, die die Einsprüche vorbringt, das Spielfeld verlassen hat.)

Anhänge der Spielregeln und Spielregeln Beach-Badminton siehe Download der Spielregeln

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